Fünf Kilometer oberhalb Chur, etwas abseits von der Talstrasse auf der ersten Sonnenter-rasse im Südhang (im Volksmund sonnigster Ort in Graubünden) zum Schanfiggertal, ober-halb der 1874 erbauten Landstrasse, liegt Maladers auf 1013 m ü M . An der Talstrasse selbst befinden sich die Fraktionen Brandacker, Tumma und Sax, dazwischen verstreut verschiedene Siedlungen, die in den letzten Jahren durch Neubauten eine ansehnliche Ausdehnung erfahren haben. Das Klima ist im Verhältnis zur Höhenlage dank der südostwärts orientierten und gegen die Nordwinde durch die Montalinkuppe geschützten Hanglange, sehr mild.

Maladers ist keine Walsersiedlung. Erste urkundliche Erwähnung der Siedlung "Maladru" im Jahre 1156, später auch als Maladeira. Eine zuverlässige Auslegung des Ortsnamens ist nicht zu finden. Zu dieser Zeit besassen das Churer Domkapitel und die Klöster St. Luzi und St. Nikolai und Churwalden Grundbesitz im Ort. Auch weltliche Feudalherren waren hier begütert und übten Grundherrschaftsrechte aus. Einige wohnten ausserhalb des Dorfes, so die Ritter von Sigisberg auf Aspermont bei Jenins. Im 12. Jahrhundert existierte in Maladers eine Adelsfamilie gleichen Namens, welche das Meieramt des Kapitels ausübte und die ihren Sitz wahrscheinlich im "Schloss", einem eingebauten wehrhaften Haus im äusseren Dorf, einge-richtet hatte. Das Dorf gehörte im 15. Jahrhundert noch zum Restbestand der Reichsvogtei Graubünden und blieb bis zur Reformation 1635 die letzte katholische Position im Schanfigg.

Bis 1663 wurde die Kirche noch von beiden Konfessionen benutzt. Der durch die Zwangs-einbürgerung um 1850 erreichte Zuzug katholischer Familien führte schliesslich 1922 zum Bau einer eigenen katholischen Kapelle (St. Antoniuskapelle) an der Talstrasse unterhalb des Dorfes. Der Ort bildet eine eigene Kirchgemeinde, die frühere Eigenkirche des Domkapitels wird seit 1487 durch einen eigenen Pfarrer bedient.

In den Bündner Wirren wurde das Dorf am 18. Mai 1622 von den Spaniern angezündet. Noch bis Mitte des 16. Jahrhunderts wurde im Ort romanisch gesprochen, erst dann setzte sich, vom Churer Rheintal her, allmählich die Germanisierung durch.

Während das übrige Schanfigg ein bischöfliches Lehen im Besitze der Freiherren von Vaz und deren Rechtsnachfolger war, gehörte Maladers noch im 15. Jahrhundert zum Gerichtsstab Chur, später zu dem von St. Peter. Die vorhin erwähnten Meiereien und Grosshöfe des Domkapitels und des Klosters St. Luzi lösten sich im Laufe der Zeit auf. Die Güter, die zu einem solchen Grosshof gehörten, gingen stückweise als Erblehen an Bauernfamilien über, deren Namen zum Teil überliefert sind. Auch Alpen wurden als Erblehen übertragen, so zum Beispiel Urden den vier Gemeinden Maladers, Castiel, Lüen und Calfreisen. Der Erblehens-vertrag datiert aus dem Jahr 1473, wo die Herren Matsch Landesoberhäupter im Schanfigg waren (Lehenszins: 12 Wert Käse = ca. 60 Kg). Dieser Vertrag wurde schliesslich 1693 durch einen Kaufvertrag abgelöst (Kaufpreis der Alp 250 Gulden). So ging die Alp in das Eigentum der vier Gemeinden über.

Als 1706 diese Alpen unter den vier Gemeinden aufgeteilt wurden, erhielt Maladers Inner-Urden zu gewiesen. Ein fünf Kilometer langes Fahrsträsschen, von oberhalb Tschiertschen aus erstellt, führt ins romantische und sagenumwobene Urdental.
Die Galtviehalp First, welche 1874 von Privaten erworben und in den folgenden Jahren mit Zukauf von etlichen Mädern erweitert wurde, liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Langwies.

Aus Urkunden vom 16. Mai 1556 und 05. Juni 1726 geht hervor, dass Maladers im Sertigtal bei Davos eine Galtviehalp "Bäby" besass.

Im Zusammenhang mit der Kiesgewinnung "Gross Tummi" kam 1977 eine der wohl schöns-ten Bronzestatuetten der Antike zum Vorschein. Dargestellt ist der jugendliche Gott Merkur. Der Mantel fällt ihm von der linken Schulter über den linken gebogenen Arm. In der linken Hand ruht einst der Heroldsstab und in der rechten die Geldbörse, von der noch ein Stückchen erhalten ist. Deutlich werden Stand- und Spielbein voneinander geschieden.
Der Typus dieser Merkurstatuette ist sehr bekannt, da sie eine klassizistische Umbildung eines Werkes des grossen griechischen Bronzegiessers Polyklet aus dem 5. vorchristlichen Jahrhundert ist. Die starke Anlehnung an polykletische Vorbilder und die plastische, jedoch äusserst subtile Oberflächengestaltung mit zarten Übergängen sind für Werke der frühen Kaiserzeit des 1. Jahrhunderts n. Chr. charakteristisch. Die Statuette dürfte eine stadtrömische Arbeit und vielleicht durch einen römischen Funktionär nach Graubünden gelangt sein. Der Merkur von Maladers ist im Rätischen Museum Chur ausgestellt.

Das Gemeindegebiet umfasst 765 ha, davon Kulturland 168 ha, Weiden 44 ha, Wald 387 ha und unproduktiv 166 ha.

Maladers mit derzeit rund 520 Einwohnern hat sich nicht dem Tourismus verschrieben. Nebst 7 Landwirtschaftsbetrieben, den Handwerk- und Dienstleistungsbetrieben beschäftigen sich die Erwerbstätigen als Tagespendler insbesondere in Chur und Umgebung.

Als am 6. Januar 1957 das Schulhaus mit Büro der Gemeindeverwaltung bis auf die Grund-mauern abbrannte, wurde in unmittelbarer Nähe das neue Schulhaus erbaut und im 1958 bezogen. Eine angemessene Erweiterung der Turnhalle und Nebenräume sowie der Ge-meindeverwaltung wurde im 1983 vollzogen.


Maladerserlied von Anna Frick

1.
Nu chlei ist üns Nestli und stotzig derzue,
Und d?Wega sind steinig, ma brucht drum viel Schuah.
Und d?Hüschi sind bruni, schi sind wohl schon alt.
Und doch e sötts Dörfli, das findst du nit bald.

2.
Es macht kai Paradi, doch heimelets an,
und d?Sunne am Himmel het bsundri Freud dran.
Schi winkt nisch Gott grüezi mit goldenem Schin,
Im Summer und Winter, jahrus und jahrin.

3.
Luft hemmer gar guati und schön ischt d?Natur.
Tüf dunne im Tobel, da ruschet d?Plessur,
Und stillernsti Wälder erfreuend der Blick.
Und Berge umgrenzend das ganze Schanfigg.

4.
Liebs Dörfli Maladers um sunniger Höh,
Uensch teti der Abschied von dir grusig weh.
Ob stotzig, ob steinig, du gfallst ünscht halt guet,
der lieb Gott im Himmel bhalt die in der Huet.

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