Home
  Aktuell
  Unser Dorf
  Gemeinde
Behörden
Gemeindeverwaltung
Schalter
Gesetze/Reglemente
Schule
Evangelische Kirche
Katholische Kirche
Forstwesen
  Diverses
Home >  Gemeinde  > Evangelische Kirche
 

Evangelische Kirche

Geschichtliches zur Kirche und Kirchgemeinde Maladers

Lage der Kirche und Organisation der Kirchgemeinde
Die evangelische Kirche befindet sich im Oberdorf umringt von alten Häusern. Der Dorffriedhof ist nicht mehr bei der Kirche, sondern liegt am Weg zum Mittenberg am westlichen Dorfrand.

Nachdem die Evangelische Kirchgemeinde Maladers Jahrzehnte lang eine Pastorationsgemeinschaft mit den Gemeinden Castiel, Calfreisen und Lüen bildete, sind durch die Neueinstuftung der Pfarrämter nun neue
Strukturen geschaffen worden. Castiel, Calfreisen und Lüen haben sich der Kirchgemeinde St.Peter/Peist angeschlossen.

Seit 1. November 2007 bildet unsere Kirchgemeinde mit der Kirchgemeinde Steinbach, bestehend
aus den Gemeinden Tschiertschen, Praden und Passugg, ein Pfarramt. Ortspfarrer ist Herr Pfr. Martin Domann, martin.domann@gr-ref.ch

http://www.steinbach-maladers.com

Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Maladers ist Herr Fritz Jud, Maladers, Telefon 081 252 53 53

Webseite der Evangelischen Kirchgemeinden Steinbach und Maladers

Zur Geschichte
Am 7. Oktober 841 schenkte Kaiser Lothar dem Bischof Verendarius II das Kirchlein des heiligen Eusebius im Schanfiggertal. Dieses Kirchlein wird des öfteren in Maladers vermutet, jedoch ist die Lokalisierung hypotetisch.

Historisch sicheren Boden betreten wir in der Maladerser Kirchengeschichte erst mit einem aus dem Jahre 1156 stammenden Eintrag in den Churer Totenbüchern, die eine St. Desideriuskirche zu Maladers erwähnt. Dies fällt in diejenige Zeit, als in unseren Gegenden der romanische Baustil mit seinen charakteristischen Rundbögen herrschte. Es war auch in jener Zeit, in der erstmal der so namhafte Grundbesitz des Domcapitels in Maladers erwähnt wird. Die führt zur Vermutung, das Domcapitel habe die St. Desideriuskirche für die Seelsorge in seinem Meierhof (Gutspächterhof) in Malders erbaut. Möglicherweise fand dabei ein Patroziniumswechel statt und St. Eusebius wurde zur St. Desiderius.

In der Maladerser Kirche finden wir Zeugnisse romanischer und gotischer Baukunst. Aus romaischer Zeit stammen das Kirchenschiff mit zwei rippenlosen rundbogigen Kreuzgewölben und Glockenturm.

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhundert wehte ein frische Geist, begleitet vom gotischen Baustil durch unsere Lande. Der neue Stil mit seinem leichten Aufbau und den himmelwärts strebenden Spitzbogen entsprach dem heiteren Sinne des 15. Jahrhunderts. Diese Bewegung liess auch Maladers nicht unberührt. Das alte Kirchlein war zu klein. Man durchbrach die Ostwand und baute das schmucke gotische Chörlein samt Sakristei an. Im Chor wurde ein schönes Netzgewölbe gespannt. Ferner gehört die Sakramantsnische mit ihrem Eisentürchen in diese Zeit.

Anlässlich der Renovation der Kirche im Jahre 1938 stiess man an der Südwand auf  Spuren von übertünchten Malereien. Sie wurden freigelet. Dabei kamen zu Seiten des Fensters je zwei Figuren von etwa zwei Drittel Lebensgrösse zutage, die Apostel darstellten. Direkt an der Chorwand erkannte man einen kleineren knienden Mann mit Kapze. Die evangelische Kirchgemeinde Maladers konnte sich trotz eines Appells von Poeschel nicht zur Abdeckung und Restauration entschliessen. Die nun wieder übertünchten Fresken wurden in die Zeit um 1400 angesidelt. Gemäss Poeschel befinden sie sich in einem guten Erhaltungszustand und zeichnen sich durch eine bemerkenswerte Qualtität aus.

Maladers blieb als letzte Gemeinde des Schanfigg katholisch, nachdem die anderen Gemeinden des Tals nach 1530 evangelisch wurden. Im Jahre 1621 war Oesterreich-Spanien Herr in Bünden. Der österreichische Oberst Baldiron hielt dasselbe besetzt. 1622 brach der Prättigauer Freiheitskampf aus, der sich gegen den österreichischen Landesherrn richtete, der die katholische Konfessin wieder einführen wollte. Auch im Schanfigg sympathisierte man mit den Prättigauern; es wurde nämlich im Schanfigg ein Vertrauter des Obersten Baldiron totgeschlagen. Dafür sollte das Schanfigg büssen.
Vorsichtshalber brachten die Maladerser schon 1620 ihre drei Glocken und Kirchengerätschaften nach Chur und gaben sie dem Bischof zur Aufbewahrung. Am 11. Mai 1622 wurde die Kirche von den Spanieren angezündet, wobei wohl nur der Dachstock zerstört wurde. Das Dorf Maladers wurde ganz eingeäschert, wie auch die übrigen Dörfer im Schanfigg.

Einige Jahre danach, 1635 trat ein Teil von Maladers der Reformation bei. Bis 1663 wurde die Kirche von beiden Konfessionen benutzt. Dann erfolgte die Entfernung des Altars. Zu diesem Zeitpunkt wurden vermutlich auch die Fresken übertüncht. Heutzutage wird glücklicherweise an Stelle der konfessionellen Streitigkeiten eine vermehrte ökumenische Zusammenarbeit gross geschrieben.

Seit 1923 sind in Maladers zwei schöne Gotteshäuser anzutreffen. Die alte reformierte Kirche im Dorf und die katholische St. Antoniuskapelle an der Talstrasse.

Glocken
Die reformierte Kirche hat heute 2 Glocken. Von den nach Chur in Verwahrung gebrachten Glocken kam nur noch eine im Jahre 1624 zurück. Die heutige Nr. 2.

Nr. 1
Durchmesser: 96 cm, Tonart: as', Gewicht ca. 587 kg mit der Inschrift:
"Ehre sei Gott in der Höhe, Frieden auf Erden"
Gegossen von Gebr. Theus in Felsberg anno 1876

Nr. 2
Durchmesser: 80cm, Tonart: des", Gewicht ca. 300 kg mit der Inschrift:
"Ave Maria - Wer mich hoer das ich im ales Laid zerster" 1493.

Orgel
Im Chorraum der reformierten Kirche befindet sich eine Orgel in einem maserieten Gehäuse mit Flügeltüren. Die Entstehung wird anfangs 19. Jahrhundert vermutet. Der Orgelprospekt ist in drei Felder gegliedert, hat am oberen Kranz einen geschwungenen Abschluss und ist mit feinen, vergoldeten Ranken als Schleierschnitzereien verziert. Nach der letzten Restaurierung von 1977 beinhaltet das Instrument nun 6 klingende Register mit hellem, silbrigem und transparenten Charakter.

Evangelische Kirche Maladers


   Services
Seite drucken Seite drucken
Seite empfehlen Seite empfehlen
Kontakt Kontakt

W&W Informatik AG - Ein Unternehmen der ruf Gruppe